Mit Jack Daniels im Wald

Whiskey aus Chemnitz mit TraditionDie Geschichte der Herstellung des Whiskys ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Lange Zeit hat man versucht, diese Spirituose aus schrumpligem Gemüse, vergorenem Bier oder auch aus alten Autoreifen herzustellen. Doch keiner dieser Wege führte ins alkoholische Rom. Bis es eines Tages einem damals noch unbekannten Förster namens Jack Daniels wie Schuppen von der Rinde fiel: Aus dem Whiskybaum muss auch Whisky gewonnen werden können! Vor lauter Wäldern hat alle Welt den einen Baum nicht sehen können und sich so lange Zeit vergebens an der Whiskyherstellung versucht.

Vom Baum zur Spirituose ist es allerdings ein weiter Weg. Zu Beginn muss der Whiskybaum gefällt und samt Wurzel in einer Lagerhalle 1 Jahr lang ruhen. In dieser Zeit verliert er Wasser, sämtliche Holzwürmer und Buntspechte segnen das Zeitliche. Anschließend wird alles geschält und getrennt weiterverarbeitet. Aus der Rinde wird Discounterware hergestellt. Dazu wird die Rinde mit Wasser vermengt, püriert und gesiebt. Fertig. Der halbe Liter für 3 Mark im Aldi.

Die Verarbeitung des Holzes gestaltet sich dagegen schwieriger. Zunächst wird der Stamm im Ganzen hochkant in einem Hochofen gekocht. Nach 10 Tagen ist dieser dann al dente und kann mittels einer Mangel ausgepresst werden. Der Sud wird aufgefangen, kalt geschleudert und mit Enzymen versetzt. Diese sorgen dafür, dass der Holzsaft in unglaublicher Geschwindigkeit altert. Häufig wird beispielsweise das Enzym Malte-10-Singula verwendet. Ein Spritzer davon und ein 10 Jahre alter Single Malt entsteht binnen kurzer Zeit. Zum Schluss muss das Gebräu nur noch mal ein Eichenfass aus der Ferne zu Gesicht bekommen und fertig ist der Whisky.

Wie der junge Förster Daniels die endgültige Rezeptur herausgefunden hat, ist nicht übermittelt. Die Welt hat er damit zumindest grundlegend verändert. Sein Name ist untrennbar mit allen Whiskys der Erde verbunden. Reich wurde aber auch er damit nicht. Für 100 Drachmen soll er das Rezept an einen Holzhändler verkauft haben. Ein weiteres Missverständnis in der Geschichte des Whiskys.

Falk Sieghard

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