Weg mit dem Nazispeck

Nadja Drygalla rudert zurück und nach ChemnitzDie olympischen Spiele sind bereits wieder Vergangenheit und längst im Kurzzeitgedächtnis der Leute versandet. Abertausende Medaillen wurden vergeben, Rekorde fielen am laufenden Band, Träume fanden in traurigen Schicksalen ein jähes Ende. Aber geblieben ist nichts. Wer erinnert sich schon noch an den Olympiasieger im Weitsprung? Wie schnell lief der Bronzegewinner im 400m-Lauf? Welchen Platz belegte der einzige deutsche Starter Peter Schibulski auf der Cross-Country Strecke? Alles weg! Niemand schert sich mehr darum. Da steigt man aufs Boot, schwingt sich übers Pferd oder klemmt sich ans Reck und der Dank dafür ist ein feuchter – oder im Falle der Geräteturner ein trockener (Stichwort Magnesia) – Händedruck.

Doch eins bleibt von diesen Olympischen Spielen im kollektiven Kurzzeitgedächtnis für immer hängen: Drygall, Nadja Drygalla! Eine bis dato unbekannte Ruderin hat im vergangenen Sommer ihren Namen ins goldene Buch des kollektiven Jahresrückblicks eingetragen. Nicht durch sportliche Leistung. Auch nicht durch einen spektakulären Dopingfall. Dieser Platz ist für die kommenden Jahre an Lance Armstrong vergeben. Nein, viel besser. Ihr Freund, ein Nazi. Ein Brauner. Ein Waldorfhitler. Nadja Drygalla fiel aus allen Wolken, als sie von seinem Hobby erfuhr. Bisher ging sie immer davon aus, er ist nur mal schnell für ein paar Stunden Zigaretten holen. Doch jetzt tauchen Bilder von ihm auf Nazidemos auf. Ganz klar: So einen Schock verkraftet man nicht so leicht. Ihre Flucht über Nacht war nur logisch. Erstmal abtauchen. Ungewohnt für Ruderer.

Aber jetzt greift Sie wieder an! Aufgetaucht aus dem Schützengraben, bis an die Zähne bewaffnet und durch einen einstimmigen Beschluss auf ihrem inneren Reichsparteitag gestärkt setzt sie Kurs auf 2016. Frei nach dem Motto „Was sich reimt ist gut“ hofft Nadja Drygalla auf ihr persönliches Walhalla: Gold bei den Olympischen Spielen in Brasilien. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, hat sie sich den neuen Olympiastützpunkt der Ruderer in Karl-Marx-Stadt ausgesucht. Noch befindet sich dieser im Aufbau, doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Bald rollen hier die ersten Trainingsgeräte an. Darunter auch das Neuste vom Neuesten. Modernste Tretbootschwäne sollen die Ruderer wieder an die Spitze führen! Allen voran natürlich Nadja Drygalla.

Falk Sieghard

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